Dokumentarfilm

"Ein Riss in der Seele - Fluchterfahrungen"








"Ein Riss in der Seele - Fluchterfahrungen"
Ein Dokumentafilm von Ralf Kotschka mit Interviews von Flüchtlingen und Vertriebenen in Trier-West.

D 2017,OmU, 82 min.

Texte

Anmerkungen zum Film

Von Ralf Kotschka


Der Autor ist freier Filmemacher und Medienproduzent und hat sich in bisherigen Projekten ausführlich mit den Möglichkeiten von „oral history“ und Zeitzeugengesprächen befasst

Als im Sommer 2015 eine große Anzahl von Menschen aus Syrien, Iran, Afghanistan und angrenzenden Ländern unter teils abenteuerlichen und lebensgefährlichen Umständen Deutschland erreichten, war es erst wenige Monate her, dass ich die Transportliste entdeckt hatte, auf der mein Vater, damals 7jährig, mit seiner Familie gelistet war. In Wagon Nr. 23 war er einer von rund eintausend Passagieren in einem langen Zug, der 1947 aus der Tschechoslowakischen Republik nach Westdeutschland fuhr. Damals fuhr täglich ein solcher Zug diese Strecke. [...]

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Zufluchtsort Trier-West

Von Renate Heineck


Die Autorin ist Mitarbeiterin des Caritasverbands Trier e.V. und Quartiersmanagerin in Trier-West. Die Caritas ist bereits seit den 50er Jahren im Quartier aktiv und unterhält seit 2015 Einrichtungen für geflüchtete Menschen.

Das Thema Flucht ist eng mit dem Stadtteil Trier-West verbunden, und das nicht erst seit 2015, seit Asyl begehrende Menschen in der Jägerkaserne untergebracht wurden. Krieg, Flucht und Vertreibung gehören bereits seit 100 Jahren zum Alltag dieses Quartiers. Zwischen Gneisenaustraße und Trierweilerweg entstand in den Jahren 1899 bis 1915 die „städtische Kaserne“ des Infanterie-Regiments No. 161, flankiert von der bereits bestehenden Hornkaserne, die sich in Richtung Pallien anschloss und der „Jägerkaserne“ in Richtung Euren. Trier-West lag somit fest in militärischer Hand.[...]

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Böhmen, Pommern, Syrien

Von Andreas Kossert


Der Autor ist Historiker und Leiter des Bereichs Dokumentation und Forschung bei der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung (SFVV) in Berlin.

Wer heute gegen Einwanderung auf die Straße geht, verdrängt die eigene Migrationsgeschichte. In der Nachkriegszeit hat das Land Millionen Vertriebene aus dem Osten aufgenommen – und von ihnen profitiert „Bitte weiterflüchten“ war in den vergangenen Wochen immer wieder auf den Transparenten der Pegida‐Wutbürger zu lesen – eine Aufforderung, die an Zynismus kaum zu überbieten ist. [...]

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Einzelinterviews


Wazir M., 36 Jahre, Afghanistan


Rosalia J., 67 Jahre, Trier-West


Binam M., 34 Jahre, Iran


Ali H., 26 Jahre, Afghanistan


Sylvia M., 67 Jahre, Vogtland


Sayid J., 24 Jahre, Afghanistan


Martha K., 83 Jahre, Pommern


Zokhra M., 54 Jahre, Iran


Christa G., 72 Jahre, Ostdeutschland